KAPITEL 3: Schlüsselspieler
Das Manhattan-Projekt war nicht nur ein wissenschaftliches Unterfangen; es war ein komplexes Geflecht, das aus den Leben von Schlüsselpersonen gewoben wurde, deren Motivationen, Hintergründe und Handlungen seinen Verlauf prägten. An vorderster Front stand J. Robert Oppenheimer, der wissenschaftliche Leiter des Projekts. Geboren 1904 in New York City in eine wohlhabende jüdische Familie, führte Oppenheimers frühe akademische Laufbahn ihn nach Harvard, wo er 1925 seinen Abschluss machte. Später studierte er an der Universität Göttingen in Deutschland, wo er sich in die Quantenmechanik vertiefte, ein Bereich, der für die Entwicklung von Atomwaffen entscheidend werden sollte.
Oppenheimers Führung in Los Alamos war geprägt von einer Mischung aus Ambition und Introspektion. Unter seiner Leitung verwandelte sich das Labor von einem abgelegenen Standort in der Wüste von New Mexico zum Epizentrum der Entwicklung der Atombombe. Während eines Treffens am 16. Juli 1945, nur wenige Stunden vor dem Trinity-Test, versammelte Oppenheimer sein Team von Wissenschaftlern. Während sie zusammenstanden, lastete das Gewicht ihres bevorstehenden Erfolgs schwer auf ihnen. Der Test würde nicht nur die Wirksamkeit ihrer Arbeit bestimmen, sondern auch die ethischen Auswirkungen der Freisetzung einer solchen zerstörerischen Kraft. Nach der Detonation erinnerte sich Oppenheimer berühmt an die Worte aus der Bhagavad Gita und sagte: „Jetzt bin ich der Tod, der Zerstörer der Welten.“ Dieser innere Konflikt würde ihn lange nach dem Krieg verfolgen und gipfelte in öffentlichen Bekundungen des Bedauerns, insbesondere 1945, als er bemerkte: „In gewisser Weise, die keine Vulgarität, kein Humor, keine Übertreibung ganz auslöschen kann, haben die Physiker die Sünde gekannt; und dies ist ein Wissen, das sie nicht verlieren können.“
